Histaminintoleranz testen: Was sagen die Laborwerte aus?

Was kann man bei Verdacht auf Histaminintoleranz überhaupt messen?

Bei Verdacht auf eine Histaminintoleranz stellt sich früher oder später die Frage, welche Laborwerte überhaupt sinnvoll sind. Es gibt eine ganze Reihe an Analysen, die im Zusammenhang mit Histamin angeboten werden, von der Diaminoxidase im Blut über Histamin im Stuhl bis hin zu Mikronährstoffen.

Was dabei häufig untergeht: Kein einzelner dieser Werte liefert eine Diagnose. Jeder Marker hat seine eigenen Grenzen und sagt streng genommen nur etwas über einen kleinen Ausschnitt des Stoffwechsels aus.

Welche Analysen sind bei Verdacht auf eine Histaminintoleranz üblich?

In der Praxis begegnen mir vor allem folgende Analysen:

  • DAO im Blut

  • THAK im Blut

  • Histamin im Blut

  • Histamin im Stuhl

  • Histaminstoffwechsel im Urin

  • Mikronährstoffe

  • weitere indirekte Tests

Im Folgenden gehe ich auf die wichtigsten davon einzeln ein und ordne ein, was sie leisten können und wo ihre Schwächen liegen.

Messung der Diaminoxidase (DAO) im Blut

Die DAO wird im Darm gebildet und ist dort das wichtigste Enzym zum Abbau von Histamin. Sie baut dort etwa 70 bis 80 Prozent des im Darm anfallenden Histamins ab.

Da die Bestimmung jedoch im Blut erfolgt, spiegeln die gemessenen Werte nicht die tatsächliche Aktivität im Darm wider. Im Darm arbeitet die DAO außerhalb der Zellen, im Blutserum wird dagegen nur die zirkulierende Menge erfasst.

Die DAO kann durch verschiedene Faktoren geschwächt sein, etwa durch Entzündungen oder Mikronährstoffmängel. Ein zu niedriger Wert im Blut kann daher bestenfalls eine Richtung andeuten, der man dann weiter nachgehen sollte. Er ist kein Beweis für eine Histaminintoleranz.

Diaminoxidase im Blut

Messung der THAK (Totale Histamin-Abbaukapazität) im Serum

Bei der Messung der THAK erfolgt eine Messung der Histamin.Abbaukapazität im Serum, dabei wird die Serumprobe im Labor geteilt. Der eine Teil wird mit Histamin beaufschlagt, der andere nicht und dient als Referenz. Nach 24h wird gemessen wie viel des zugebenen Histamins abgebaut wurde.

Hierbei wird nicht zwischen den beiden Enzymen DAO und HNMT unterschieden, sondern es erfolgt nur die Ausgabe des rein funktionellen Abbaus. Ebenso kann keine Aussage über die Funktion der im Darm tätigen Enzyme getroffen werden, sowie Aussage ob dem Köper unverhältnismäßig viel Histamin zugeführt wird ist ebenso nicht möglich.

Eine verringerte Abbaukapazität liefert damit einen Hinweis auf die funktionelle Enzymleistung, jedoch keine detaillierte Aussage über die konkret zugrunde liegende Ursache.

Messung von Histamin im Blut

Histamin im Blut ist vergleichsweise aufwändig zu messen, da es sehr schnell an Stabilität verliert und zügig ins Labor transportiert werden muss.

Generell unterliegt dieser Wert starken Schwankungen. Da der Körper Histamin sehr schnell abbaut oder auch freisetzt, kann sich der gemessene Wert innerhalb kurzer Zeit wieder ändern.

Ein erhöhter Wert im Blut kann verschiedene Ursachen haben, etwa Allergien, eine geringe Abbaukapazität, Entzündungen oder eine Mastzellaktivierung. Er zeigt dabei keine direkte Ursache der erhöhten Histaminpräsenz, kann aber ein wichtiger Baustein sein, um Symptome einzuordnen.

Test von Histamin im Blut

Messung von Histamin im Stuhl

Die Messung von Histamin im Stuhl ermöglicht theoretisch Rückschlüsse auf eine übermäßige Histaminproduktion im Darm, etwa durch histaminbildende Bakterien im Rahmen einer Dysbiose.

Allerdings können die Werte auch hier stark durch die Ernährung schwanken. Weiterhin sind die Tests nicht standardisiert und die Proben müssen gekühlt und schnell verarbeitet werden.

Über die Abbaukapazität der Enzyme erhält man aus diesem Wert keine Rückschlüsse. Erhöhte Ergebnisse können aber ein Hinweis auf eine Darmbeteiligung sein.

Histaminstoffwechsel im Urin

Bei dieser Analyse werden Histamin sowie Abbauprodukte der DAO und der HNMT im Urin gemessen. Das ermöglicht theoretisch Rückschlüsse im Verhältnis zum angefallenen Histamin.

Eine diagnostische Aussage über die Herkunft des Histamins liefert dieser Test nicht. Man kann jedoch beurteilen, wie gut die beiden Enzyme arbeiten und ob hier gegebenenfalls Unterstützungsbedarf besteht.

Mikronährstoffe und Stoffwechselmarker

Ergänzend oder bei entsprechendem Verdacht kann es sinnvoll sein, Mikronährstoffe und andere indirekte Stoffwechselparameter zu messen. Stark vereinfacht gehören dazu unter anderem:

  • Vitamin B6: Cofaktor der DAO

  • Vitamin B9 / B12: relevant für die Methylierung

  • Kupfer: Cofaktor der DAO

  • Zink: relevant für Darmschleimhaut und Mastzellaktivität

  • Homocystein: Marker für Methylierung und HNMT-Abbau

  • Tryptase / Leukotriene: Hinweis auf Mastzellaktivität

Auch diese Werte sind keine eigenständigen Diagnosekriterien, sie liefern aber zusätzliche Hinweise darauf, an welcher Stelle im Stoffwechsel möglicherweise ein Engpass besteht.

Wie läuft eine sinnvolle Diagnostik ab?

Für die Diagnostik einer Histaminintoleranz kann man sich leider nicht allein auf einen Laborwert verlassen.

Hier braucht es eine ganzheitliche Betrachtung aller Symptome und möglichen Ursachen, zudem müssen Differenzialdiagnosen wie Allergien oder eine Mastzellaktivierung berücksichtigt werden.

Eine Ausschlussdiät kann bereits erste wichtige Hinweise liefern. Darauf aufbauend sollte die Diagnostik je nach wahrscheinlichen Ursachen stufenweise erweitert werden.

Wenn du Unterstützung bei der Einordnung deiner Werte benötigst oder dir unsicher bist, welche Diagnostik in deinem Fall sinnvoll ist, melde dich gerne für ein kostenloses Erstgespräch.

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